Naturkosmetik
Was steckt wirklich hinter natürlicher Haut- und Körperpflege?
Naturkosmetik ist längst aus der kleinen Öko-Ecke herausgewachsen. Gesichtscremes mit Pflanzenölen, feste Shampoos, Körperlotionen mit Aloe vera oder Lippenpflege mit natürlichen Wachsen stehen heute nicht mehr nur im Reformhaus. Naturkosmetik findet sich in Drogerien, Apotheken, Onlineshops und natürlich in den Sortimenten spezialisierter Hersteller.
Dabei hat sich auch das Image verändert. Naturkosmetik muss weder nach einer Mischung aus Heu und Kräutergarten riechen noch eine Konsistenz besitzen, die an selbst angerührten Frühstücksbrei erinnert. Moderne Rezepturen können angenehm duften, schnell einziehen und sich hinsichtlich ihrer Anwendung kaum von konventioneller Kosmetik unterscheiden.
Trotzdem bleibt eine entscheidende Frage: Was ist Naturkosmetik eigentlich?
Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Denn ein grünes Etikett, eine hübsche Aloe-vera-Pflanze auf der Verpackung und Wörter wie „Natural“, „Botanical“ oder „mit natürlichen Inhaltsstoffen“ machen aus einem Produkt noch keine zertifizierte Naturkosmetik.
Was ist Naturkosmetik?
Naturkosmetik bezeichnet Kosmetikprodukte, deren Rezepturen sich an bestimmten Anforderungen hinsichtlich der verwendeten Rohstoffe und Herstellungsverfahren orientieren. Dabei spielen pflanzliche, mineralische und andere natürliche beziehungsweise naturnahe Ausgangsstoffe eine wichtige Rolle.
Eine allgemeingültige gesetzliche Definition für „Naturkosmetik“ gibt es innerhalb der Europäischen Union allerdings nicht. Auch die Bezeichnung „Bio-Kosmetik“ ist nicht in derselben Weise gesetzlich definiert, wie es beispielsweise bei Bio-Lebensmitteln der Fall ist. Genau deshalb haben sich private Naturkosmetikstandards und entsprechende Siegel entwickelt.
Das macht den Kosmetikkauf nicht unbedingt übersichtlicher.
Eine Creme kann mit „natürlichen Inhaltsstoffen“ werben, ohne zertifizierte Naturkosmetik zu sein. Selbst ein sehr hoher Anteil an Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs bedeutet nicht, dass das gesamte Produkt den Anforderungen eines anerkannten Naturkosmetikstandards entspricht.
Wer es genauer wissen möchte, kommt deshalb um einen Blick auf die Inhaltsstoffliste und mögliche Zertifizierungen kaum herum.
Welche Inhaltsstoffe werden in Naturkosmetik verwendet?
Die Natur bietet Kosmetikherstellern einen erstaunlich großen Rohstoffschrank. Darin stehen keine geheimnisvollen Zaubertränke, sondern beispielsweise Pflanzenöle, Wachse, Pflanzenbutter, Blütenwasser, Kräuterextrakte und ätherische Öle.
Zu den häufig verwendeten Rohstoffen gehören unter anderem Mandelöl, Jojobaöl, Sonnenblumenöl, Sheabutter, Aloe vera, Calendula, Kamille oder verschiedene Frucht- und Kräuterextrakte.
Pflanzenöle sind beispielsweise interessant, weil sie verschiedene Fettsäuren enthalten und als Bestandteile kosmetischer Formulierungen die Haut pflegen können. Welche Eigenschaften ein Öl besitzt, hängt stark von seiner Zusammensetzung ab.
Auch Pflanzenextrakte werden nicht einfach deshalb eingesetzt, weil eine Kamillenblüte auf einer Cremedose hübscher aussieht als eine chemische Strukturformel. Je nach Pflanze und Extraktionsverfahren enthalten sie unterschiedliche Substanzen, die für kosmetische Rezepturen interessant sein können.
Dabei darf ein Punkt nicht vergessen werden: Naturkosmetik besteht ebenfalls aus Chemie.
Wasser ist eine chemische Verbindung. Pflanzenöle bestehen aus chemischen Verbindungen. Auch ätherische Öle enthalten zahlreiche chemische Substanzen.
Die beliebte Formulierung „Naturkosmetik ohne Chemie“ ist deshalb wissenschaftlich betrachtet Unsinn.
Gemeint ist normalerweise etwas anderes: Zertifizierte Naturkosmetik schließt bestimmte synthetische Rohstoffe und Herstellungsverfahren aus beziehungsweise beschränkt deren Verwendung entsprechend den jeweiligen Zertifizierungsregeln.
Naturkosmetik, Biokosmetik und naturnahe Kosmetik – wo liegt der Unterschied?
Die Begriffe klingen ähnlich, bedeuten aber keinesfalls dasselbe.
Naturkosmetik orientiert sich an entsprechenden Naturkosmetikstandards, sofern das Produkt zertifiziert ist. Dabei liegt der Schwerpunkt auf natürlichen und nach dem jeweiligen Standard zulässigen Rohstoffen.
Biokosmetik geht einen Schritt weiter. Hier spielt zusätzlich die Herkunft bestimmter Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau eine entscheidende Rolle.
Bei NATRUE gelten beispielsweise unterschiedliche Anforderungen für Natur- und Biokosmetik. Für die Bio-Stufe müssen mindestens 95 Prozent der natürlichen beziehungsweise naturbelassenen pflanzlichen und tierischen Rohstoffe aus kontrolliert biologischer Erzeugung oder kontrollierter Wildsammlung stammen.
Daneben gibt es naturnahe Kosmetik. Ein solches Produkt kann durchaus Pflanzenöle, Kräuterextrakte und andere natürliche Bestandteile enthalten, ohne die Anforderungen eines Naturkosmetikstandards zu erfüllen.
Ist Naturkosmetik automatisch Bio?
Nein.
Dieser Unterschied wird erstaunlich häufig übersehen.
Naturkosmetik kann nach einem anerkannten Standard zertifiziert sein, ohne dass sämtliche pflanzlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau stammen.
Wer ausdrücklich Bio-Naturkosmetik sucht, sollte deshalb auf die entsprechende Zertifizierung beziehungsweise Bio-Kennzeichnung achten.
Die Verbraucherzentrale weist ebenfalls darauf hin, dass Naturkosmetik nicht zwangsläufig bedeutet, dass die verwendeten Rohstoffe aus biologischem Anbau stammen.
Ein grüner Deckel bleibt also auch hier nur ein grüner Deckel.
Welche Vorteile hat Naturkosmetik?
Einer der größten Vorteile liegt in den klaren Anforderungen zertifizierter Naturkosmetik. Wer sich für ein entsprechend zertifiziertes Produkt entscheidet, kann nachvollziehen, welchen Kriterien die Rezeptur entsprechen muss.
Naturkosmetikstandards gehen bei verschiedenen Inhaltsstoffen über die gesetzlichen Mindestanforderungen für konventionelle Kosmetik hinaus. Je nach Standard werden beispielsweise bestimmte Mineralölbestandteile, Silikone, synthetische Duftstoffe oder bestimmte Herstellungsverfahren ausgeschlossen beziehungsweise eingeschränkt.
Pflanzenöle statt bestimmter mineralölbasierter Rohstoffe
Viele Naturkosmetikprodukte setzen auf pflanzliche Öle und Wachse. Jojoba-, Mandel-, Sonnenblumen-, Oliven- oder andere Pflanzenöle können dabei gleichzeitig als Grundlage und als pflegende Bestandteile einer Rezeptur dienen.
Welches Öl sinnvoll ist, hängt allerdings vom jeweiligen Produkt und Hauttyp ab. Nicht jedes Pflanzenöl ist für jede Anwendung gleichermaßen geeignet.
Große Auswahl an pflanzlichen Wirkstoffen
Aloe vera, Ringelblume, Kamille, Melisse, Holunder, Rose, Rosmarin – die Liste kosmetisch verwendeter Pflanzen ist lang.
Dadurch lassen sich sehr unterschiedliche Pflegeprodukte formulieren. Moderne Naturkosmetik reicht von einfacher Lippenpflege über Gesichtsseren bis zu Shampoos, Deodorants, Körperölen und Pflegeprodukten für anspruchsvolle Haut.
Zertifizierungen erleichtern die Orientierung
Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, zertifizierte Produkte relativ einfach zu erkennen.
Siegel wie NATRUE oder COSMOS arbeiten mit festgelegten Kriterien. Dadurch muss nicht jede einzelne Zutat im Badezimmer erst zum Gegenstand einer abendfüllenden INCI-Recherche werden.
Trotzdem lohnt sich ein Blick auf die Zutatenliste – besonders bei empfindlicher Haut oder bekannten Allergien.
Nachhaltigkeit spielt häufig eine größere Rolle
Viele Naturkosmetikhersteller beschäftigen sich nicht nur mit der Rezeptur selbst, sondern auch mit Rohstoffherkunft, ökologischem Anbau, Verpackungen, Energieverbrauch oder kurzen Transportwegen.
Allerdings gilt auch hier: Naturkosmetik kann, muss aber nicht nachhaltig sein.
Eine Pflanze kann natürlich sein und trotzdem unter problematischen Bedingungen angebaut oder um die halbe Welt transportiert werden. Ebenso kann ein Naturkosmetikprodukt in einer aufwendigen Verpackung stecken.
Natur und Nachhaltigkeit gehören zwar gut zusammen, sind aber keine Synonyme.
Hat Naturkosmetik auch Nachteile?
Bei all den Vorteilen sollte Naturkosmetik nicht zum perfekten Heiligen Gral der Hautpflege erklärt werden.
Auch natürliche Kosmetik hat Grenzen.
Natürlich bedeutet nicht unbedingt verträglich
Besonders wichtig ist die Gleichung:
Natürlich = harmlos
Sie geht nicht auf.
Allerdings gilt auch hier: Naturkosmetik kann, muss aber nicht nachhaltig.Pflanzen bilden hochwirksame Stoffe. Genau deshalb werden sie schließlich seit Jahrhunderten genutzt. Manche dieser Substanzen können aber auch unerwünschte Reaktionen hervorrufen.
Ätherische Öle und natürliche Duftstoffe können beispielsweise bei empfindlichen Personen Hautreaktionen oder Allergien auslösen. Auch Pflanzenextrakte sind nicht grundsätzlich allergiefrei. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Menschen mit Allergien deshalb ausdrücklich, auch bei Naturkosmetik die Inhaltsstoffliste zu kontrollieren.
Eine konventionelle parfumfreie Creme kann für eine bestimmte empfindliche Haut deshalb durchaus geeigneter sein als eine intensiv mit ätherischen Ölen beduftete Naturkosmetik.
Entscheidend ist die Formulierung und nicht allein die Herkunft eines Inhaltsstoffes.
Preisunterschiede können erheblich sein
Hochwertige Pflanzenöle, Bio-Rohstoffe, Zertifizierungen und aufwendige Produktionsverfahren kosten Geld.
Das kann sich im Verkaufspreis bemerkbar machen. Allerdings gibt es mittlerweile Naturkosmetik in nahezu allen Preisklassen. Vom günstigen Drogerieprodukt bis zur luxuriösen Gesichtspflege für einen dreistelligen Betrag ist alles vertreten.
Ist Naturkosmetik automatisch vegan?
Auch das ist ein verbreiteter Irrtum.
Naturkosmetik muss nicht vegan sein.
In naturkosmetischen Produkten können beispielsweise Bienenwachs oder andere erlaubte tierische Rohstoffe verwendet werden.
Wer vegane Naturkosmetik bevorzugt, sollte deshalb zusätzlich auf eine entsprechende Kennzeichnung achten.
Die Begriffe Naturkosmetik, Bio und vegan beschreiben unterschiedliche Eigenschaften eines Produktes.
Woran lässt sich echte Naturkosmetik erkennen?
Da der Begriff Naturkosmetik nicht einheitlich gesetzlich definiert ist, sind anerkannte Zertifizierungen eine wichtige Orientierung.
Zu den bekannten Standards gehören unter anderem NATRUE und COSMOS. Daneben existieren weitere Naturkosmetiksiegel und Verbandsstandards.
NATRUE ist ein internationaler Standard für Natur- und Biokosmetik. Die Kriterien regeln unter anderem, welche Arten von Inhaltsstoffen und Herstellungsverfahren für zertifizierte Produkte zulässig sind.
Beim Einkauf lohnt es sich deshalb, nicht nur die Vorderseite einer Verpackung anzuschauen.
Begriffe wie „Nature“, „Natural“, „Botanical“, „Green“ oder „mit 98 Prozent Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs“ klingen hervorragend. Sie ersetzen jedoch kein anerkanntes Naturkosmetiksiegel.
Gerade bei Produkten, die sich mit Pflanzenbildern und grünen Verpackungen einen natürlichen Anstrich geben, lohnt sich ein zweiter Blick.
Wie sich das in der Praxis zeigt, lässt sich an folgenden Beispielen sehen.
Naturkosmetik von Bergland – natürliche Pflege aus dem Allgäu
Bergland Naturkosmetik gehört zu den deutschen Herstellern, die schon vergleichsweise lange auf Naturkosmetik setzen.
Das Unternehmen entwickelt und produziert seit 1982 im Allgäu. Der Firmensitz befindet sich in Heimertingen. Zum Sortiment gehören zertifizierte Naturkosmetik, Wellnessprodukte und naturreine ätherische Öle. Nach Angaben des Unternehmens werden die Produkte direkt am Standort entwickelt und hergestellt.
Interessant ist die Verbindung traditioneller Pflanzenrohstoffe mit modernen kosmetischen Rezepturen. Zu den von Bergland verwendeten Klassikern gehören beispielsweise Aloe vera, Bienenwachs und Teebaumöl.
Damit bewegt sich Bergland zwischen klassischer Pflanzenkosmetik, Aromapflege und moderner zertifizierter Naturkosmetik.
STYX Naturcosmetic – Naturkosmetik aus Österreich
Auch STYX Naturcosmetic blickt auf eine lange Geschichte zurück. Das österreichische Familienunternehmen aus Ober-Grafendorf in Niederösterreich beschäftigt sich seit 1965 mit der Herstellung von Naturkosmetik und wird inzwischen in dritter Generation geführt.
Bei den Rezepturen spielen unter anderem natürliche Kräuteressenzen und kaltgepresste Pflanzenöle eine wichtige Rolle. STYX betont außerdem die Verwendung pflanzlicher Rohstoffe aus biologischem Anbau oder Wildwuchs sowie die Zusammenarbeit mit regionalen Bio-Landwirten.
Das Sortiment reicht von Gesichtspflege und Körperpflege bis zu Produkten mit Aloe vera, Kräutern und verschiedenen Pflanzenölen.
Interessant ist außerdem die Verbindung aus traditioneller Pflanzenkunde und moderner Produktentwicklung. Das Unternehmen unterhält ein eigenes Labor und verbindet nach eigenen Angaben überlieferte Kenntnisse mit aktuellen Herstellungsverfahren.
BIOKOSMA – Swiss Natural Cosmetics aus der Schweiz
Bei BIOKOSMA – Swiss Natural Cosmetics wird es schweizerisch.
BIOKOSMA zählt sich zu den Pionieren der Schweizer Naturkosmetik. Die Pflegeprodukte werden in der Schweiz entwickelt und hergestellt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf ausgewählten Pflanzenextrakten, bevorzugt aus Schweizer Bio-Anbau.
Dabei kommen beispielsweise Bio-Gurken aus dem Berner Seeland, Holunderblüten aus dem Tessin oder Zitronenmelisse aus dem Wallis zum Einsatz.
Seit 2010 werden neu entwickelte BIOKOSMA-Naturkosmetikprodukte nach Unternehmensangaben mit dem NATRUE-Label zertifiziert. Die dafür verwendeten Pflanzen stammen aus kontrolliert biologischem Anbau aus verschiedenen Regionen der Schweiz.
Das Sortiment umfasst unter anderem Gesichts-, Körper- und Haarpflege sowie spezielle Pflegelinien für unterschiedliche Hautbedürfnisse.
Naturkosmetik oder konventionelle Kosmetik – was ist besser?
Die Versuchung ist groß, am Ende einen Sieger zu küren.
In der grünen Ecke steht Natur-kosmetik mit Jojobaöl, Kräutern und Sheabutter. In der anderen Ecke wartet die konventionelle Kosmetik mit ihren modernen kosmetischen Wirkstoffen.
Ring frei.
Ganz so einfach funktioniert Hautpflege allerdings nicht.
Beide Produktgruppen unterliegen den geltenden gesetzlichen Anforderungen an Kosmetika. Naturkosmetikstandards legen darüber hinaus zusätzliche Regeln für bestimmte Inhaltsstoffe, Rohstoffgruppen und Herstellungsverfahren fest.
Das macht zertifizierte Naturkosmetik interessant für Menschen, die bewusst bestimmte Rohstoffe bevorzugen oder andere vermeiden möchten. Genau deshalb ist die INCI-Liste auch bei Naturkosmetik wichtig.
Welche Naturkosmetik passt zu welchem Hauttyp?
Natur-kosmetik gibt es mittlerweile für nahezu jeden Hauttyp.
Trockene Haut kann beispielsweise von reichhaltigeren Formulierungen mit Pflanzenölen und Pflanzenbuttern profitieren. Bei fettiger oder unreiner Haut können leichtere Emulsionen sinnvoller sein.
Empfindliche Haut benötigt dagegen häufig möglichst überschaubare Rezepturen. Gerade stark parfümierte Produkte oder Produkte mit zahlreichen ätherischen Ölen sind nicht die beste Wahl.
Auch reife Haut findet inzwischen eine große Auswahl an Natur-kosmetik. Pflanzenöle, Feuchthaltemittel und verschiedene Pflanzenextrakte werden dabei mit modernen naturkosmetisch zulässigen Wirkstoffen kombiniert.
Die Zeiten, in denen Natur-kosmetik im Wesentlichen aus einer sehr fetten Ringelblumencreme und einem Kräutershampoo bestand, sind definitiv vorbei.
Naturkosmetik für Gesicht, Körper und Haare
Das Angebot umfasst inzwischen nahezu das komplette Badezimmer.
Für das Gesicht gibt es Reinigung, Gesichtswasser, Seren, Tages- und Nachtpflege, Augenpflege, Masken und Gesichtsöle.
Zur Körperpflege gehören Duschprodukte, Lotionen, Körperbutter, Deodorants, Hand- und Fußpflege sowie Körperöle.
Auch Naturkosmetik für die Haare hat sich stark weiterentwickelt. Neben klassischen Shampoos gibt es feste Shampoos, Conditioner, Haarmasken, Kopfhautpflege und Stylingprodukte.
Selbst dekorative Kosmetik ist längst Teil des Marktes.
Natur-kosmetik ist damit keine kleine Spezialkategorie mehr, sondern eine Alternative innerhalb fast sämtlicher Bereiche der Kosmetik.
Worauf sollte beim Kauf von Naturkosmetik geachtet werden?
Ein Naturkosmetiksiegel ist ein guter Anfang, aber nicht das einzige Kriterium.
Entscheidend ist zunächst, ob das Produkt überhaupt zum Hauttyp und zum gewünschten Einsatzzweck passt.
Bei empfindlicher Haut sind insbesondere Duftstoffe und ätherische Öle interessant. Bei bekannten Allergien sollte die Zutatenliste grundsätzlich genau geprüft werden.
Wer zusätzlich Wert auf Bio-Rohstoffe legt, sollte nach entsprechenden Zertifizierungen beziehungsweise Kennzeichnungen suchen. Für vegane Kosmetik ist wiederum eine separate Vegan-Kennzeichnung sinnvoll.
Auch Herkunft, Verpackung, Produktionsort und Transparenz des Herstellers können in die Entscheidung einfließen.
So wird aus „Hauptsache natürlich“ eine wesentlich sinnvollere Produktauswahl.
Häufige Fragen zu Naturkosmetik
Was ist Naturkosmetik einfach erklärt?
Naturkosmetik verwendet entsprechend des jeweiligen Standards vor allem natürliche, naturnahe und bestimmte naturidentische Rohstoffe und schränkt verschiedene in konventioneller Kosmetik mögliche Inhaltsstoffe und Herstellungsverfahren ein. Da Naturkosmetik in der EU kein einheitlich gesetzlich definierter Begriff ist, bieten anerkannte Zertifizierungen Orientierung.
Ist Naturkosmetik besser für die Haut?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Entscheidend sind Rezeptur, Hauttyp und individuelle Verträglichkeit. Natürliche Öle und Pflanzenextrakte sind aber meist sanfter zur Haut und können eine langfristige Hautgesundheit unterstützen.
Kann Naturkosmetik Allergien verursachen?
Ja, denn auch natürliche Duftstoffe, ätherische Öle und Pflanzenextrakte können Allergien oder Hautreaktionen auslösen. Sind Allergien auf bestimmte Pflanzen bekannten, sollte auch bei Naturkosmetik die Inhaltsstoffliste kontrolliert werden.
Wie lässt sich echte Naturkosmetik erkennen?
Eine gute Orientierung bieten anerkannte Naturkosmetikzertifizierungen wie NATRUE, BDIH, Ecocert oder COSMOS. Werbeaussagen wie „natürlich“, „mit Pflanzenextrakten“ oder „Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs“ sind allein kein Nachweis für zertifizierte Naturkosmetik.
Welche Vorteile hat Naturkosmetik?
Zu den Vorteilen zertifizierter Naturkosmetik gehören klare Vorgaben für Rohstoffe und Herstellungsverfahren sowie der gezielte Einsatz natürlicher und pflanzlicher Rohstoffe. Zertifizierte Naturkosmetik verzichtet auf Silikone, Mikroplastik, Parabene und Mineralöl.
Fazit: Naturkosmetik ist mehr als Aloe vera und ein grünes Etikett
Natur-kosmetik hat sich in den vergangenen Jahrzehnten enorm verändert. Aus einem vergleichsweise kleinen Markt für Pflanzenkosmetik ist eine vielfältige Produktwelt geworden, die Gesichtspflege, Haarpflege, Körperpflege und viele weitere Bereiche abdeckt.
Der wichtigste Unterschied liegt jedoch nicht in hübschen Pflanzenbildern auf der Verpackung.
Wer Wert auf echte zertifizierte Naturkosmetik legt, sollte auf nachvollziehbare Standards und anerkannte Siegel achten. Denn Begriffe wie „natürlich“ oder „mit Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs“ allein sagen noch erstaunlich wenig aus.
Gleichzeitig sollte Naturkosmetik nicht romantisiert werden. Ein Pflanzenextrakt kann sinnvoll sein, ein ätherisches Öl wunderbar duften und ein hochwertiges Pflanzenöl eine hervorragende Grundlage für eine Pflegecreme bilden. Trotzdem ist kein Inhaltsstoff allein deshalb besser, weil er aus einer Pflanze stammt.
Gute Kosmetik muss zur Haut passen.
Naturkosmetik bietet dafür heute eine enorme Auswahl – von traditionsreichen Herstellern bis zu modernen Marken und kleinen Manufakturen. Wer dabei Zertifizierung, Inhaltsstoffe, Hautbedürfnisse und persönliche Ansprüche berücksichtigt, muss sich nicht zwischen Wissenschaft und Natur entscheiden.
Denn gute moderne Naturkosmetik kann durchaus beides miteinander verbinden.

